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Qigong

Qigong (sprich: tschi gung) wird heute als Sammelbegriff für eine breite Palette von Übungssystemen aus China verwendet. Wörtlich übersetzt bedeutet Qigong "Arbeit am Qi", also die Arbeit an unserer Lebensenergie, dem Odem.

Qigong_scal-webIm großen und ganzen können wir drei Bereiche im Qigong unterscheiden, wobei zu erwähnen sei, dass allen drei Bereichen auch viele Aspekte und vor allem Prinzipien gemein sind und sie oft nicht klar voneinander zu trennen sind:

Qigong zur Gesundheitspflege

Das heute gängigste Qigong sind Bewegungsübungen, welche das Ziel verfolgen, den Körper durchlässig zu machen und die Energieleitbahnen zu öffnen.
Die ersten Entwicklungsstufen des Taijiquan spielen sich in diesem Bereich ab, weshalb es für den Anfänger, der sich für Qigong in Bewegung interessiert, keinen großen Unterschied macht, ob er nun einen Qigong- oder Taijiquan-Kurs besucht.

Im Unterschied zur normalen Gymnastik oder Sport haben wir hier den freien Energiefluss im Sinn, und dafür spielt auch der Geist eine Rolle. Wenn auch doch körperlich orientiert, so haben wir bei dieser Art von Qigong schon einen deutlich meditativen Charakter, weshalb man auch Bezeichnungen wie "meditative asiatische Sportarten" zu hören bekommt.

Qigong in der Kampfkunst

Der eben genannten Inhalte bedienen sich auch die inneren Kampfkünste. Hier bedarf es jedoch eines im Vergleich größeren Trainingseinsatzes, um die innere Kraft auf ein Niveau zu bringen, wo sie der rohen äußeren Kraft überlegen ist.

Im Chenstil Taijiquan wird zudem die innere Energiearbeit sehr gründlich mit dem Körper und den Bewegungen verbunden. Sie ist schließlich von der Arbeit an der Körperstruktur, dem tiefen körperlichen und geistigen Entspannen und dem gelösten bewegen nicht mehr zu trennen.
Körper, Energie und Geist werden zunehmend als Einheit geübt, das eine bedingt immer auch das andere.

Alleine für die Schulung des eigenen Zentrums ist schon eine gewisse Form von Meditation notwendig.

Qigong als spiritueller Übungsweg

Der Begriff "Qigong" ist auch in China relativ jung. Wenn man sich etwas eingehender mit der Chinesischen Medizin und den inneren Künsten beschäftigt, so stößt man schnell auf deren daoistische Wurzeln.
Man kann sagen, dass das ganze Wissen über energetische und geistige Zusammenhänge in der chinesischen Medizin aus den inneren Erfahrungen von Übenden kam.

Den alten Daoisten ging es dabei jedoch nicht nur um die Gesundheit. Ein langes Leben galt als Grundvorraussetzung dafür, spirituelle Verwirklichung zu erlangen - schon alleine der dafür notwendigen Zeit wegen.

In den daoistischen Übungswegen gilt ein vollständig geöffneter Körper als Grundvorraussetzung dafür, dass Meditation stattfinden kann. Deshalb werden Bewegungsübungen oft dafür benutzt, um alle Energieleitbahnen (Meridiane) zu öffnen - als Vorbereitung zum Sitzen, ganz ähnlich der ursprünglichen Bedeutung des Hartha Yoga.

Jetzt kennt man in der mannigfaltigen Welt der Qigong-Übungen zahlreiche stille Übungen ohne Bewegung, bei denen der geistige Einsatz eine größere Rolle spielt, bis hin zum Eintritt in die völlige Stille.

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